Massage

Was ist das?
Ich beziehe mich hier auf die klassische Massage im Sinne von Abgrenzung zu den vielen Spezialmassagen im Wellnessbereich oder den Methoden der manuellen Therapien.

Entstehung
Man vermutet den Ursprung der Massage als Behandlungstechnik im fernen Osten bei den damaligen asiatischen Urvölkern. Schon der Chinese Kong Fu hat 2700 v. Chr. Massage- handgriffe und auch gymnastische Übungen beschrieben.

Durch Hippokrates (460 – 377 v. Chr.) als Begründer der erfahrungswissenschaftliche orientierten Medizin kam die Massage nach Europa und setzte diese dann zum ersten
Malauch zur Behandlung von
Krankheiten ein.

In den großen Kulturen der Ägypter,
Griechen und Römer wurde die Massage
als Harmonisierung von Leib, Seele und
Geist im Zusammenklang mit Thermal-
bädern und Gymnastik praktiziert.

Im sechzehnten Jahrhundert wurden dann
die ersten naturwissenschaftlichen Untersuchungen unter anderen von dem Wissenschaftler Ambroise Par in Frankreich durchgeführt.

Für Deutschland engagierte sich Parazelsus (1493 – 1541) zu dieser Zeit für die
Massage.

Im achzehnten Jahrhundert erlebte die Massage nach einer längeren Flaute einen neuen Höhepunkt. Hier entstand vermutlich das Wort Massage wie auch die Bezeichnungen der einzelnen Handgriffe:

    Effleurage = Ausstreichungen
    Petrissage = Knetungen
    Friktion = Reibung
    Topotement = Klopfung
    Vibration = Erschütterung

Wirkung /Durchführung
Assotiationen die man mit der Massage hat sind Entspannung, Berührung, Knetung, Wohlfühlen oder die Seele baumeln lassen.

Man beginnt mit allgemeinen Ausstrei-
chungen des zu behandelnden Gebietes. Dabei wird mit der Eigenschwere der Hand ohne zusätzlichen Druck gearbeitet. Diese Griffe werden rhythmisch und gleichmäßig
so großflächig wie möglich durchgeführt. Zunächst einmal dienen sie dazu Kontakt
mit dem Patienten aufzunehmen und
diesen auf die Massage einzustimmen.
Außerdem beginnt hier auch die Behandlung zur Schmerzlinderung über das zentrale Nervensystem (Gate-Control-Theorie).
Dafür muß man wissen, dass die Schmerzinformationen über andere
Leitungen zum Gehirn weitergeleitet
werden als die mechanischen Informationen. Zu den mechanischen Informationen zählen Berührung Druck, Vibration und Wärme. Diese Impulse sind dann schneller im Gehirn und überlagern so die Schmerzinformation. Bsp.: Prellung des Musikantenknochen.

Dann folgen die tiefergehend erwärmenden Griffe, die etwas schwungvoller und mit
etwas mehr Druck ausgeführt werden.
Diese erwärmen die Haut und auch indirekt die Muskulatur. Dies geschieht über den Reflexbogen. Das heißt, die Haut bekommt die Information
hier ist es schön warm und darum können
die Gefäße erweitert werden. Diese Information senden die Nerven der Haut an das Rückenmark, wo diese verschaltet wird und zwar einmal ins Gehirn zur Wahrnehmung, aber schneller noch zu anderen Bereichen, die dem gleichen Rückenmarkssegment ebenfalls zugeteilt
sind, wie z.B. der Muskulatur aber auch
der inneren Organe. Die Gefäßerweiterung bedeutet eine vermehrte Blutdurchströmung und somit einen erhöhten Antransport von Reperatur- und Nährstoffe sowohl in der Haut wie auch in den zugehörigen Segmenten. Ebenso besteht ein vermehrter Abtransport von Ermüdungsstoffen wie z.B. Milchsäure. Durch diesen gesteigerten Stoffwechsel kann beispielsweise die Erholungszeit eines Muskels wesentlich verkürzt werden.

Daraufhin kommen die hautlösenden Griffe. Diese lösen die Unterhaut von der Hautfascie, einer sehr straffen Bindegewebsschicht, die die Haut von dem darunter liegenden Gewebe wie der Muskulatur trennt. Hier kommt es häufig zu Verklebungen und Verspannungen.

Die Knetungen können je nach Durchführung die Spannung des Muskels steigern oder herabsetzen. Sie erfolgen längs oder auch quer zum Faserverlauf der Muskulatur entweder großflächig oder auch klein als Fingerknetungen.

Die Friktionen können das Gewebe bei Muskelverhärtungen perforieren und diese auflösen. Gleichzeitig mit der Mehrdurchblutung können dann die Abfallstoffe abtransportiert werden.

Außerdem gibt es noch die Klopfungen. Diese werden bevorzugt bei Muskulatur mit sehr niedriger Spannung angewandt und erhöhen den Tonus. Sie kommen bevorzugt in der Neurologie bei den schlaffen Lähmungen zur Anwendung.

Indikation
Anwendung findet die Massage bei den Myopathien. Dies ist ein allgemein gebräuchlicher Begriff für Muskelerkrankungen jeglicher Art.

Da ist z.B. der Hypertonus, also eine übermäßige Spannung oder auch Verspannung der Muskulatur, die plötzlich auftreten kann oder auch chronisch sein kann, wie bei Spasmen, Körperfehlhaltungen oder auch bei Sportlern, wenn diese ihre Muskulatur nach der Kräftigung nicht ausreichend gedehnt haben.

Dann sind da noch die Muskelkontrakturen zu nennen. Diese entstehen durch ständig verkürzte Muskelgruppen z.B. nach längerer Ruhigstellung. Die Gefahr ist, dass Muskeln dauerhaft verkleben und verkürzt bleiben.

Die Myogelosen sind umschriebene Knoten mit einem meist deutlichem Druckschmerz in der Muskulatur. Diese Verhärtungen sind die Umwandlung von Muskelgewebe über einen Gelzustand in Bindegewebe. Die Ursache liegt meist in einer Verspannung der Muskulatur, denn bei Kontraktion, also dem Zusammenziehen, des Muskels wird die Blutversorgung kurzzeitig reduziert. Außerdem können kleine Verletzungen oder Entzündungen zu einer Myogelose führen.

Der Hartspann ist eine andere Art von umschriebener Muskelverhärtung. Er ist eher röhrenförmig und verläuft längs zum Faserverlauf, kann aber genauso schmerzhaft sein wie die Myogelose. Hartspann tritt oft als Folge von einer Reizung des Muskels oder seiner Nervenversorgung auf. Aber auch bei degenerativen Veränderungen der Gelenke und der Wirbelsäule, sowie nach Mikrotraumen kann er entstehen. Interessant ist, dass er unter Narkose vollständig verschwindet, demnach muß er über das Nervensystem gesteuert werden.

Kontraindikation

Nicht anwenden darf man die Massage bei fieberhaften Erkrankungen, frischen Verletzungen, sowie entzündlichen Veränderungen. Auch sollte man bei Krampfadern und Thrombosen auf eine Massage verzichten, da diese in Bewegung gesetzt werden können und zu einer Embolie führen kann.